Fake News 3/3: Japan verliert zwei Jahrzehnte



Nach Italien, Spanien und Portugal kommen wir heute zum dritten und grössten Irrtum der Aktienanleger: Japans verlorene zwei Jahrzehnte.

Wir haben die letzten beiden Jahrzehnte genauer analysiert. Es stimmt zwar, dass der japanische Aktienindex von 20'618 zu Beginn 1996 auf 19'594 Punkte Ende 2016 gefallen ist (orange Linie).

Es ist aber ein Irrtum anzunehmen, dass dies für die Anleger schlecht war, denn die Aktienindex-Werte sind sowohl falsch als auch unrealistisch.

Sie sind falsch, weil sie Dividenden nicht berücksichtigen; und sie sind unrealistisch, weil sie davon ausgehen, dass alles Geld am Anfang gespart wird.

Bei den Balken in der Grafik haben wir daher die Dividenden berücksichtigt und sind davon ausgegangen, dass jedes Jahr der gleiche Betrag in die grössten japanischen Aktien investiert wird. Ist der Wert über 100%, dann ist das Portfolio mehr Wert als die Einzahlung, ist er unter 100%, dann hat man auf der Investition Geld verloren.

An den Balken erkennt man, dass japanische Sparer, die 1996 mit Aktien-Sparen begonnen hatten, zwar eine wilde Zeit erlebt haben, heute aber 176% der Einlagen haben. Aktien-Sparen hat sich sogar in einem der schwierigsten Länder der Welt gelohnt.

Wenn Ihnen jemand erzählt, dass man irgendwo mit Aktien Geld verloren hat, dann rechnen Sie besser selber nach, denn sehr wahrscheinlich basiert die Aussage auf falschen Annahmen und stimmt höchstens für eine kurze Zeit.

Langfristig kann man mit Aktien kaum Geld verlieren, denn als Aktionär helfen einem Legionen von hochqualifizierten Managern, die primär für Aktionäre einen Gewinn erzielen wollen, denn davon hängt deren Job und eigene Altersvorsorge ab. Was will man als Sparer mehr?

Wie wir das gerechnet haben: Wir haben alle Daten von Standard & Poor's eingekauft, also Aktienrenditen nicht selbst gerechnet, sondern von einem der grössten Finanzdaten-Anbieter lizenziert. Um die grauen Balken zu berechnen, also der Aktien-Depot-Wert für einen Sparer, der jedes Jahr in grosse japanische Aktien investiert, haben wir für jedes Jahr die jeweils 100 grössten japanischen Aktien genommen und deren Rendite plus Dividende von Standard & Poor's bezogen.

Wir haben dann angenommen, dass jede Aktie die gleiche Bedeutung im Aktien-Depot hat und so die Gesamtrendite und den Aktien-Depot-Wert am Ende des Jahres berechnet. So kommen wir einem typischen Aktien-Depot eines Sparers am nächsten. Wir haben diesen Betrag durch die Summe aller jährlichen Einzahlungen geteilt. Ist der aktuelle Wert des Aktien-Depots höher als die Summe aller Einzahlungen, dann ist der Balken über 100%, und umgekehrt ist der Balken unter 100%, wenn Verlust gemacht wurde.