UBS Chefökonom sieht Rekord-Boom - kaufe Abfallverwerter Fortum



Ich hatte das Glück, von der UBS zu einem Frühstück mit dem Schweizer Chef-Ökonomen Dr. Daniel Kalt eingeladen zu werden. Die Fakten, die er auf den Tisch legte, waren nicht nur überzeugend, sondern auch vielschichtig. Dr. Kalt eröffnete seine Ausführungen mit einem Hinweis auf die bereits lang andauernde Boomphase – die drittlängste der Nachkriegszeit (Bild unten).

UBS Chefökonom Dr. Daniel Kalt über die längsten Boom Phasen der Geschichte

Boom klingt gut – macht aber Angst. Denn wir wissen alle, dass solche Phasen nicht ewig dauern. Dabei ist die aktuelle genau genommen sogar die längste überhaupt, da die beiden Konjunktureinbrüche 2001 bzw. 2009 kaum wahrgenommen worden sind. Eigentlich herrscht somit seit 1991 Aufschwung.

Diese 27 Jahre sind dreimal so lang wie die Boomphase 1961-70, auf die fünf Jahre schwere Rezession mit Massenarbeitslosigkeit folgten. Stehen wir demnach kurz vor einer solchen? Das ist nicht nur schwer zu sagen, sondern überhaupt nicht. Die Märkte jedenfalls sind frohen Mutes, wie Dr. Kalt anhand der Zinsdifferenzkurve zeigt: Solange diese oberhalb der Nullinie verläuft, sei alles in Ordnung (Bild unten). Doch die Richtung der Kurve gibt zu denken. Wie lange es wohl noch dauert, bis sie ins Negative durchbricht?

UBS Chefökonom Dr. Daniel Kalt sieht bis jetzt noch keine Rezession anhand der Zinsdifferenzkurve

Diese Überlegungen bestätigen mich in der konservativen Anlagepolitik meiner vierten Aktienkauf-Saison. Meine fünftausend Franken investiere ich diese Woche nicht in hochgejubelte Technologie-Aktien, sondern in das Gegenteil, die finnische Fortum, die sich mit der Beseitigung von Abfällen befasst und ausgesprochen gute Ränge hat: Vom Value über das Wachstum bis zur Sicherheit stimmt alles, denn Abfallverwertung und Recycling braucht man auch im Abschwung. Ich kaufe diese Woche also 220 Aktien der Fortum aus Finnland für total rund 4’400 Schweizer Franken. Das war meine Entscheidung - ich wünsche Ihnen viel Glück mit Ihrer!

Ich danke der UBS und Chef-Ökonom Dr. Daniel Kalt für die freundliche Genehmigung der Verwendung ihrer Wirtschaftsanalysen.