15. Dezember 2017

Portfolio zu gut um wahr zu sein



Es ist Ende Jahr und damit Zeit, die vergangenen Aktienkäufe zu begutachten. Inzwischen haben wir über drei Jahre je 100’000 Franken angelegt, es sind also 300’000 Franken in unseren Portfolios, praktisch alles in Aktien angelegt.

Man darf nun nicht den Fehler machen, die einzelnen Titel anzuschauen, denn die Börsen verhalten sich leider oft sehr irrational. Wie kann es zum Beispiel sein, dass Siemens sich im Wert halbiert hat? Das Unternehmen ist noch immer praktisch der gleiche weltumspannende Industriekonzern. Wie kann sich da der Wert einfach so halbieren?

Wohl deshalb, weil die Aktienkurse manchmal sehr unvernünftig sind, was Nobelpreisträger nachgewiesen haben und wir mit unserer regelbasierten Methode ausnützen.

Es ist auch schwer nachzuvollziehen, warum Axel Springer um 17% gestiegen ist und RTL um die gleichen 17% gefallen, sind doch beides Medienunternehmen mit aussichtsreichen Angeboten. Oder kann mir jemand erklären, warum Peugeot um 45% gestiegen ist, während BMW gefallen ist? Einfach schwer nachvollziehbar.

Es ist besser, man schaut das Portfolio als Ganzes an. Alle drei Portfolios zusammen sind in Schweizer Franken um 19% gestiegen, an und für sich nicht schlecht. Das ist aber nur eine von vielen Sichtweise auf die Performance. Da wir viele europäische Aktien haben, sollte auch in Euro gerechnet werden. Diese Sicht fällt mit einer Rendite von 9% weniger gut aus. In Pfund hingegen ist das Portfolio sogar um fast 25% gestiegen.

Jede Währung erzählt eine andere Geschichte, obwohl es sich um die gleichen Anlagen handelt. Soll man alles in Schweizer Franken anschauen? Das machen die meisten, ist aber falsch, denn man gibt das Geld im Alter auch nicht nur in Schweizer Franken aus. Wer ein Auto kauft, gibt die Währung des Herstellers aus, wer in die Ferien geht, braucht ausländische Währungen.

Aus diesem Grund werden wir im Alter nicht nur in Schweizer Franken konsumieren. Es ist sogar so, dass Schweizer rund die Hälfte des Konsums aus dem Ausland beziehen. Renditen in anderen Währungen sind also mindestens ebenso wichtig wie die Rendite in Schweizer Franken.

Aus diesem Grund zeigen wir die Renditen unserer Anlagen in Zukunft in vier Währungen. Gerade wenn man überzeugt ist, dass die Schweizer Märkte teuer sind – wie wir bei unserer letzten Bewertung berechnet haben –, dann lohnen sich ausländische Aktien, die man besser auch in der jeweiligen Landeswährung anschaut, um ein umfassenderes Bild zu haben.


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