5. Juni 2020

ESG Bonuspläne für nachhaltige Führungs-Leistung



SRI, CSR, GRI, ESG; Stakeholder, B-Corps, 3BL - was soll man von dieser Acronym-Suppe halten? Heute geht man davon aus, dass das, was gut für die Menschen und nachhaltig für den Planeten ist, auch gut für das Risikomanagement und nachhaltig für die langfristige Aktionärsrendite ist. Jeder, vom großen institutionellen Anleger bis hin zum Rentner, weiß, dass kluges Geld in sozial verantwortlichen Geschäftsarten investiert ist. Die leistungsorientierte Vergütung für Führungskräfte spielt dabei eine wichtige Rolle. Und «ESG» hat sich als der führende Rahmen dafür herauskristallisiert.

In der Schweiz haben bereits 30% der Aktiengesellschaften eine Art ESG-Komponente in ihren Bonusplänen, wobei ESG-Kennzahlen zwischen 10% und 33% der kurzfristigen variablen Vergütung ausmachen. In Deutschland sind es 21% der börsennotierten Unternehmen. In den USA verwenden immer noch weniger als 10% der 100 grössten Unternehmen ESG-Kennzahlen in ihren Bonusplänen für Führungskräfte.

Bei unserer Arbeit und in Gesprächen mit Unternehmen sehen wir, dass die meisten ESG-Bonuspläne schlecht konzipiert sind, was mitunter ein Grund dafür sein kann, dass sie so gemischte Ergebnisse erzielen. Was für Management Zwecke fehlt, ist ein praktischer Rahmen für Alternativen der ESG-Leistungsmessung zum Zweck der Vergütung von Führungskräften. Auf Basis seines Aufsatz zum Thema «Better Bonus Plans for ESG» von Obermatt Geschäftsführer Dr. Hermann J. Stern erläutert der Autor im Podcast einen solchen Rahmen für ESG Anreize, der vier Alternativen der leistungsorientierten Vergütung für ESG Zwecke abdeckt:

  1. ESG-Ziele: Konkrete Ziele für Aktivitäten, Projekte und ESG-Ergebnisse, die sich das Unternehmen als Ziel gesetzt hat.
  2. Messung der relativen ESG Leistung: Leistungsmessung im Vergleich zu Konkurrenten, auf der Grundlage von ESG Kennzahlen, die das Unternehmen für relevant hält.
  3. ESG-Rating-Agenturen: Agenturen welche die ESG Leistung der Unternehmen öffentlich beurteilen wie zum Beispiel Refinitiv, S&P Trucost und RobecoSam, Sustainalytics, ISS ESG, MSCI ESG, Vigeo Eiris und EcoVadis.
  4. ESG-Leistungsbewertungen: interne oder unabhängige Leistungsbeurteilung mittels Gutachten, basierend auf intern und extern verfügbaren objektiven und subjektiven Fakten.

Welche dieser Methoden wird in der Praxis am ehesten angewandt? Unternehmensberater wissen aus Erfahrung, dass sich nicht immer die sinnvollste Lösung durchsetzt, sondern letztlich diejenige, die der Mehrheit einen Vorteil verschafft. Aus diesem Grund werden ESG-Ziele am häufigsten in Vergütungsplänen für Führungskräfte verwendet. Die relative ESG-Performance und die ESG-Ratings hingegen sind beides externe Benchmarks, die sich der Kontrolle des Managements zu entziehen scheinen. Dieser scheinbare Mangel an Kontrolle durch das Management löst sich jedoch bei näherer Betrachtung auf wie wir im Podcast zeigen.



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