20. September 2019

Obermatt Portfoliopflege: Was wir kaufen und verkaufen



Heute überprüfe ich mein eigenes Portfolio, das ich in den hier besprochenen vier Anlage-Saisons aufgebaut habe. Das wirft schon die erste Frage auf: Wie oft soll man das Portfolio überprüfen? Nicht zu oft! Ich selbst habe 2015 mit meinem ersten Portfolio begonnen und mache erst heute, nach fast fünf Jahren, meine erste Portfoliopflege.

Ist das ein Problem? Nein, denn Aktien haben kein Verfalldatum, sie welken und verderben nicht und sie tun auch ohne Ihr Zutun genau das, was sie tun sollten, nämlich eine Rendite erzielen und Dividenden ausschütten.

Könnten Sie sich noch an das Königs-Prinzip der Portfoliopflege aus dem letzten Beitrag erinnern? Sie müssen so breit als möglich diversifizieren, also unterschiedliche Aktien kaufen und dies nur dem Aufwand gegenüberstellen, den es braucht, die Aktien zu pflegen.

Ich habe noch ein weiteres Problem. Ich habe für jede Anlage-Saison ein neues Portfolio begonnen und bin mittlerweile im Besitz von vier Portfolios. Ich habe das gemacht, um die Effekte unterschiedlicher Märkte zu zeigen. In den letzten fünf Jahren ist der Aktienmarkt aber stetig gestiegen. Die Saisons unterscheiden sich kaum. Ich lege daher die Portfolios der ersten und zweiten Saison und der dritten und vierten Saison zusammen damit ich nur noch zwei Portfolios habe.

Sie brauchen eigentlich nur ein Portfolio. Der einzige Grund, der für mehrere Portfolios spricht, ist unterschiedliche Sparziele. Wenn Sie für den Ruhestand und für ein Haus sparen, dann sind das andere Zeithorizonte. Sie können daher andere Risikostrategien eingehen. Um das zu unterscheiden, kann es sich lohnen, zwei Portfolios für die beiden Sparziele zu führen. So werden Sie zum Beispiel nicht besonders nervös, wenn das riskantere (weil langfristiger orientierte) Ruhestand-Portfolio einmal an Wert verliert, weil sie wissen, dass sich die Märkte bis zu Ihrem Ruhestand wohl wieder erholen werden.

Ich verwende für meine Portfoliopflege das Google-Sheet, das wir von Obermatt zu diesem Zweck zur Verfügung stellen. Als alle Aktien eingetragen sind, sehe ich, dass ich 85 Aktien besitze, weit mehr als die für eine gute Diversifikation benötigten fünfzig Aktien. Die beiden Portfolios sind jeweils rund 200’000 Franken Wert. Aktien mit weniger als 2’000 Franken Anlagewert sind also weniger als 1% der Portfolios. Da lohnt sich der Aufwand nicht.

Bei mir haben sechs Aktien einen Anlagewert unter 2’000 Franken. Zwei Aktien sind das Resultat von Bankrott-Prozessen. Debenhams in England hatte einen Betrugsfall, Meyer Burger in der Schweiz einen schweren Stand gegen die Chinesen. Ich entschliesse mich, beide Aktien zu verkaufen.

Es bleiben noch vier weitere Aktien. Bei G4S habe ich zu wenige Aktien gekauft, weil der Aktienpreis in Pence angegeben war und ich gedacht habe, er sei in Pfunden. Dieser Fehler war Glück im Unglück, denn ich habe auf dieser Aktie kaum etwas verloren. Die anderen drei Aktien sind das Resultat von Spin-Outs. Ich hatte die Mutteraktie schon und erhielt die Aktie des Spin-Outs gratis. Das sind schöne Probleme.

Ich werde in folgenden Beiträgen entscheiden, was ich mit diesen Aktien mache. Weil sie zu kleine Anlagevolumen darstellen, muss ich sie entweder verkaufen oder weitere Aktien vom gleichen Unternehmen hinzukaufen.

Das wohl Wichtigste bei der Portfoliopflege: Tun Sie es nicht zu oft. Überhaupt sollten Sie Ihr Portfolio so selten wie möglich anschauen, denn die Portfolio-Auszüge schaden Ihnen.



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