30. August 2018

Ihr Vermögensverwalter muss Ihnen schaden



Wenn Sie Ihren Hausarzt aufsuchen, gehen Sie mit gutem Grund davon aus, dass dieser daran interessiert ist, Ihre Gesundheit zu erhalten. Nicht zuletzt, weil er eidesstattlich dazu verpflichtet ist. Bei Ihrem Vermögensverwalter hingegen sollten Sie skeptischer sein, denn sein Interesse gilt nicht Ihrem Alterskapital, sondern - streng genommen - dem Gegenteil.

Schuld ist aber nicht der Vermögensverwalter, sondern Sie als Kunde!

Das Wichtigste für Ihr Vermögensverwalter ist primär eines: Sie als Kunden zu behalten. Und hier macht Ihnen die menschliche Psyche einen Strich durch die Rechnung, denn die meisten Anleger wollen eines unbedingt vermeiden: Verlust. Allein schon die blosse Vorstellung davon erzeugt Angst, und auf die reagiert der Mensch mit Flucht. Verlieren seine Aktien an Wert, dann schmerzt das und er wechselt seinen Vermögensverwalter. Und das will wiederum dieser vermeiden.

Also sichert dieser Ihre Wertanlage gegen Verlust ab: Er kauft zum Beispiel Put-Optionen, mit denen man bei einem Kurszerfall Geld verdient, was in der Folge heisst: weniger Geld verliert. Oder er behält einen Teil Ihres Geldes in bar auf dem Konto zurück. Oder er investiert es in Gold oder Anleihen.

All diese Massnahmen dämpfen Kursschwankungen durchaus – aber sie mindern auch den Gewinn. Das ist das Gesetz der Börse: Wer sich ihren Schwankungen entzieht, entzieht sich der Rendite. Oder anders formuliert: Wer an der Börse Geld verdienen will, muss es aushalten, dass seine Anlage zwischenzeitlich an Wert verliert.

Vermögensverwalter kennen die menschliche Psyche gut. Sie wissen, dass die meisten Kunden das Modell «Keine Verluste» dem Modell «Später höheres Kapital» vorziehen. Darum verkaufen sie Ihnen Anlagestrategien, die zwar sicherer sind, aber eine kleinere Rendite haben. Sie schaden Ihnen also wissentlich und willentlich, denn sie wollen Sie als Kunde behalten und müssen daher auf Ihre Verlustaversion eingehen. Alles andere wäre unvernünftig. Schuld sind nicht die Vermögensverwalter, sondern die Anleger mit ihren unrealistischen Erwartungen.

Fazit: Legen Sie Ihr Geld selbst an, und zwar im Hinblick auf die zu erwartende Rendite, auch wenn diese Schwankungen unterworfen ist. Denken Sie langfristig, denn langfristig sind die kurzfristigen Schwankungen irrelevant. Und halten Sie diese aus. Sie waren in Friedenszeiten noch nie von Dauer.



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