23. August 2018

ETF-Index-Irrtum 3: Index-Fonds haben gute Aktien



Wir lassen unsere Kinder noch einmal zum 100-Meter-Lauf antreten und messen ihre Zeiten. Der Big Kid Index ist dabei der Durchschnitt der 10 grössten Kinder. Ihn wollen wir mit einer eigenen Auswahl schlagen.

Der Big Kid Index wurde gebildet unter der Annahme, dass grosse Kinder schneller rennen. Aktien-Index-Fonds gehen mit Wertpapieren gleich um: Sie wählen die grössten aus, unter der Annahme, dass deren Rendite gut ist – und ausserdem repräsentativ für alle Aktien (in unserem Beispiel: repräsentativ für das Läuferpotential aller grossen Schulkinder).

Allerdings ist die Auswahl nach der Körpergrösse der Kinder nicht optimal. Vermutlich gibt es bessere Kriterien zur Entscheidung: zum Beispiel den Body-Mass-Index oder die Ernährungs- und Schlafgewohnheiten. Die Ermittlung solcher Kriterien nennt man Research.

Wer Research betreibt, findet bald heraus, dass die Auswahl der teuersten Aktien nicht unbedingt ideal ist für die besten Renditen. Die Auswahl nach Gewinn oder Umsatz bringt bei Aktien langfristig bessere Resultate als jene nach der Marktkapitalisierung, wie sie bei ETF vorherrscht.

Wer ETF-Anlagen kauft, kauft in der Regel die teuersten Aktien im Markt. Nicht wirklich eine gute Auswahl von Aktien.

Es geht also nicht darum, den Index zu schlagen, sondern ihn zu verstehen: Ergibt der Index für Sie als Anleger überhaupt Sinn? Das da drin meist die teuersten Aktien am Markt sind, spricht nicht wirklich dafür, aber es gibt noch weitere Nachteile. Mehr dazu nächste Woche an dieser Stelle.

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