Operatives Radar


Definition

Das Operative Radar ist eine graphische Abbildung der Operativen Ränge mehrerer Kennzahlen eines Unternehmens für eine bestimmte Zeitperiode.

Es werden entweder die Operativen Ränge der Kennzahl selbst abgebildet, oder die Operativen Ränge der Veränderungen der Kennzahlen.

Es ist zulässig, durchschnittliche Operative Ränge a) über mehrere Zeitperioden oder b) über mehrere Unternehmen abzubilden.

Das Operative Radar ist im deutschsprachigen Raum bekannt unter dem Namen "Stern Radar".

Beschreibung

Mit dem Operativen Radar lassen sich Wertbeiträge pro Kennzahl unabhängig von subjektiven Annahmen oder konjunkturellen Einflüssen ermitteln. Diese Wertpotentiale oder Wertlücken lassen sich wie folgt für das Operative Radar erstellen:

  1. Der Operative Rang der Kennzahl zeigt die aktuelle (historisch geprägte) Position im Markt.
  2. Der Operative Rang zeigt die Veränderung der Kennzahl und zeigt damit die aktuelle Periodenleistung im Markt.

Das Operative Radar zeigt pro Kennzahl nicht deren Wert, sondern deren Operative Rang im Peer Universum. Dies hat folgende Vorteile:

  1. Jede Kennzahl ist mit jeder Kennzahl direkt vergleichbar. Damit lässt sich beurteilen, welche Kennzahl positive und welche Kennzahl negative Wertbeiträge liefert.
  2. Die Analyse ist konjunktur-unabhängig, weil der Kennzahlen-Rang gegenüber Peers ermittelt wird, die denselben Bedingungen unterliegen.
  3. Die Auswertungen des Operativen Radars sind zwischen unterschiedlichen Geschäftsbereichen direkt vergleichbar, was erlaubt Wertlücken geschäftsfeldübergriefend zu identifizieren.
  4. Das Operative Radar ist objektiv und dadurch eine Leistungsbeurteilung ohne Zielvereinbarung, Budgets oder anderen Annahmen.

Obermatt empfiehlt bei der periodischen Leistungsmessung immer zuerst auf das Operativen Radar der Veränderungen der Kennzahlen zu achten (Messung der Periodenleistung). Diese Analyse ist universell vergleichbar (das heisst für alle Geschäftsbereich analog durchzuführen), konjunktur-unabhängig und gleichzeitig eine Interpretation der Performance weil Operative Ränge gleichzeitig eine Interpretation der Performance darstellen (siehe auch Anwendung Operativer Rang).

Aus diesen Gründen beginnt jede Leistungsbeurteilung durch Obermatt immer mit dem Operativen Radar.




Anwendung

In der Abbildung des Operativen Radars oben sind die Operativen Ränge der Kennzahlen Umsatzwachstum, Bruttomarge, EBITDA, EBIT, NWC Turns (Umschläge des Nettoumlaufvermögens), FA Turns (Umschläge des Anlagevermögens) und ROI (Return on Investments) aufgeführt. Typischerweise werden die Werttreiber in der Reihenfolge des Werttreiberbaums im Uhrzeigersinn aufgeführt. Dies ist aber nicht zwingend notwendig. Es können auch andere Kennzahlen verwendet oder andere Reihenfolgen definiert werden.

Das Operative Radar in der obigen Abbildung zeigt starke Ausprägungen (Wertpotentiale oder Wertstärken) bei den Margen (Bruttomarge, EBITDA-Marge und EBIT-Marge) und bei der Effizienz des Nettoumlaufvermögens (NWC Turns). Das Operative Radar zeigt hingegen Schwächen oder Wertlücken beim Umsatzwachstum und bei der Effizienz des Investierten Kapitals. Die ganze Operative Radar Abbildung zeigt die Position eines Unternehmens in dessen Markt, also eine Marktposition.

Solche Marktpositionen können historisch gewachsen sein oder das Resultat eines unterschiedlichen Geschäftsmodells gegenüber den Peer Unternehmen sein. Aus diesem Grund sind sie nicht einfach gut oder schlecht sondern primär eine Tatsache. Soll die Periodenleistung beurteilt werden, dann sind die Operativen Ränge der Veränderungen für die gleichen Kennzahlen zu betrachten. Dies können Wachstumsraten oder Differenzen sein. Je nachdem was aufgrund des Zahlenmaterials angebracht ist.

Auch der Operative Radar der Periodenleistung (der Veränderung der Kennzahlen) muss nicht unbedingt gross oder klein sein. Er muss aber die Strategie widerspiegeln. Ein Unternehmen, dass die Kosteneffizienz steigern will, sollte nicht einen Operativen Rang der Margen unter dem Median ausweisen. Ein Unternehmen das wachsen will, sollte nicht weniger wachsen als fünzig Prozent der Marktteilnehmer.

Das Operative Radar ist daher in erster Linie ein Massstab der Umsetzung der Strategie und somit auch ein Frühwarnsystem bei Fehlentwicklungen das unabhägig von externen Einflüssen ist. Obermatt beginnt jede Unternehmensbeurteilung mit dem Operativen Radar.

Beispiele

Am Beispiel der Schweizer Luxusartikel-Firma Richemont lässt sich die Performance anhand eines typischen Operativen Radars bestimmen: PDF herunterladen. Der Artikel von Hermann J. Stern in der deutschen Zeitschrift für Corporate Governance erläutert die Nutzung des Operativen Radars in Aufsichtsrat und Verwaltungsrat (PDF herunterladen). Im Schweizer Organisator wir die Verwendung des Operativen Radars für einen Maschinenbauer im Detail beschreiben (PDF herunterladen).

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