Die Vergütungsmärchen

Es gibt Vergütungsmärchen, die immer wieder erzählt werden. Und weil an diesen Vergütungsmärchen - anders als bei den richtigen Märchen - kaum etwas Wahres dran ist, decken wir hier die Unwahrheiten hinter den Märchen auf.



Das Märchen von den gierigen Führungskräften

Das erste und gleichzeitig gefährlichste Märchen ist das Märchen von den gierigen Führungskräften. Führungskräfte seien gierig und deshalb hätten wir ein Problem mit den Vorstandsvergütungen. Dies ist ein derart weit verbreitetes Urteil, dass seitenlange Gesetze erlassen und sogar Landesverfassungen (wie zum Beispiel in der Schweiz) angepasst werden.

Die Mähr von den gierigen Führungskräften ist allerdings bloss ein Vergütungsmärchen, denn die Vergütungen steigen nicht wegen der Gier sondern wegen der Transparenz. Dazu haben wir eine Reihe von empirischen Experimenten durchgeführt, die zeigen, dass sogar die Löhne von Babysittern steigen würden, wenn sie gleich transparent wären wie diejenigen der CEOs.

Lesen Sie dazu die von Obermatt untersützte Forschungsarbeit oder schauen Sie den Vortrag von Obermatt Geschäftsführer Dr. Hermann J. Stern:

Das Problem: Transparenz

Obermatt Geschäftsführer Hermann J. Stern erklärt in diesem Vortrag warum die Gier der Führungsrkäfte nicht der Grund der heutigen Bonusexzesse ist, sondern diese in der Tat auf einen ganz anderen Grund zurückzuführen sind: Nämlich die Transparenz der CEO-Vergütungen



Der Beweis: Obermatt Studie

Die von Obermatt untersützte Forschungsarbeit "Die Rolle von Transparenz in Entlohungsanreizen" von Stefan Häni zeigt mit verschiedensten empirischen Belegen auf, dass die Lohnspirale bei Führungskräften auf Vergütungstransparenz zurückzuführen ist. Das gleibe würde auch bei Babysittern und Putzfrauen passieren wenn die Löhne transparent wären.




Das Märchen von der Wichtigkeit der Gewinne

Das zweite - fast so tragische - Vergütungsmärchen ist der Glaube, dass Führungskräfte primär hohe Gewinne liefern sollen. Dabei wird komplett ausgeblendet, dass es kurzfristig viel einfacher ist, den Gewinn durch Kostensparmassnahmen zu steigern als durch Wachstum. Auch wird ausgeblendet, dass sich Menschen praktisch nie auf die Interpretation von Finanzkennzahlen einigen können - und selbst wenn sie sich einig sind, machen sie dabei gravierende Fehler. Dies wird hier anhand von Fachartikeln und einem Vortrag von Obermatt Geschäftsführer Hermann J. Stern belegt:

Keine Einigkeit bei Finanzzahlen

In diesem Vortrag illustriert Hermann Stern wie wenig wir uns bei Finanzkennzahlen einigen können. Die Schlussfolgerung: Gewinnziele sollten bei der Führungskräftevergütung mit weiteren Leistungskriterien ergänzt werden.



Interpretationsfehler bei Kennzahlen

Menschen schauen bei der Leistungsbeurteilung zu oft auf Finanzkennzahlen, die irreführende Signale setzen und damit eine nicht unerhebliche Gefahr für das Unternehmen darstellen. Verwenden Sie also keine Margen, keine Renditen und auch kein Economic Profit im Vergütungssystemen wie folgender Artikel zeigt:



Plädoyer für mehr Vernunft

Weil Kennzahlen so oft falsche Signale senden, empfiehlt es sich, wieder vermehrt auch die persönliche Meinung gelten zu lassen und sich dabei insbesondere auf externe Marktvergleiche abzustützen. Denn diese bergen keine Motivationsrisiken und sind neutral (Beispiel SIKA in der NZZ).




Das Märchen von der zielbasierten Vergütung

Es wird immer wieder die Meinung vertreten, dass die Vergütung von Unternehmenszielen abhängen soll. Vergütungsrelevante Ziele schaden aber mehr als sie nutzen. Denn Bonusziele motivieren dazu, diese Ziele möglichst realistisch (=mittelmässig) zu setzen und möglichst nicht deutlich zu übertreffen, weil dann die Ziele in der Folgeperiode ansteigen würden. Zielbasierte Vergütungen (also Vergütungskompenten, die an Budgets oder strategischen Plänen geknüpft sind) haben also motivationshemmende Wirkungen.

Bonusziele senken die Leistung

In diesem Vortrag zeigt Dr. Stern, dass budgetbasierte Vergütungen die Leistung senken und plädiert für die Indexierung der Vergütung.



Der Beweis: Obermatt Studie

Wenn es notwendig wäre, Führungskräfte für die Leistung zu vergüten, dann wäre das in den CEO Löhnen nachweisbar. Obermatt hat deshalb die CEO Löhne der USA, England und der Schweiz mit der Unternehmensleistung verglichen und konnte keine Korrelation feststellen wie Economist, BBC News und Financial Times berichten.