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CEO DES JAHRES

Methode

Über die Obermatt Ranglisten

Die Obermatt Ranglisten sind eine unabhängige Leistungsbeurteilung der grössten Unternehmen und Segmente mit öffentlich verfügbaren Finanzzahlen. Sie basieren auf dem Obermatt-Index des Gewinnwachstums und der Aktienrendite. Das indexierte Gewinnwachstum misst die operative Unternehmensleistung. Die indexierte Aktienrendite misst die Investment-Leistung. Die mit dem Obermatt-Index veröffentlichten Ergebnisse müssen bei der Anwendung in der Managementvergütung von den zuständigen Aufsichts- und Verwaltungsorganen interpretiert werden. Dies sollte mit der Unterstützung neutraler Vergütungsberater und im Hinblick auf die jeweils besondere Situation des Unternehmens geschehen. Die Indexierung der beiden Leistungsindikatoren «Gewinn» und «Aktienpreis» neutralisiert externe Störfaktoren wie Konjunkturzyklen, Rohmaterialpreisschwankungen oder Börsenstimmungen, sodass nur die wahre Leistung gemessen wird. Dies schafft Leistungstransparenz im Dienste von Verwaltungsräten, Aktionären und der Öffentlichkeit. Last but not least profitieren die beurteilten Führungskräfte von der neutralen Transparenz, weil ihre persönliche Leistung von einer unabhängigen Drittinstanz bestätigt wird.

Vorgehen

Die Obermatt Ranglisten messen die Leistung von Führungskräften auf Basis der indexierten Leistungsmessung für börsennotierte Unternehmen und massgebliche Geschäftssegmente (Divisionen). Der Messprozess durchläuft drei Schritte:

  1. Obermatts proprietärer Korrelationsalgorithmus identifiziert hoch korrelierende Peer-Daten vergleichbarer Unternehmen, um das Peer-Universum zu definieren.
  2. Die aktuelle Leistung des Unternehmens wird als operativer Rang, Investment-Rang sowie als kombinierter Rang gemessen (Investment-Rang und kombinierter Rang sind nur in der Komplettdokumentation aufgeführt).
  3. Unternehmen und ihre massgeblichen Führungskräfte erhalten ihren Platz auf der Gesamtrangliste auf Grundlage der erzielten Ränge.

Selektion der Peer-Daten

Der wichtigste Schritt bei der Indexierung der Leistung ist die Selektion der Peer-Daten. Obermatts proprietärer Korrelationswalgorithmus identifiziert Peer-Daten, die im Vergleich zum beurteilten Unternehmen im gleichen operativen Geschäft angesiedelt sind oder den gleichen Geschäftszyklen unterliegen. Dies beinhaltet, wenn auch nicht ausschliesslich, die direkten Konkurrenten. Für eine ausreichende statistische Aussagekraft werden zwischen 30 und 70 korrelierende Unternehmensdaten benötigt. Allerdings kann die effektive Anzahl der Vergleichsdaten in speziellen Fällen von diesem Zielwert abweichen. Für Obermatt-Kunden werden die verwendeten Peer-Universen manuell geprüft, zusätzliche historische Korrelationsanalysen durchgeführt und diese miteinander abgestimmt. Obermatt-Kunden erhalten vollständigen Einblick in die Zusammenstellung der verwendeten Peer-Universen und die für den Index verwendeten Finanzdaten. Obermatt erstellt alle zertifizierten Obermatt-Index-Ergebnisse nach der Obermatt-Unabhängigkeitserklärung. Mehr Informationen zur Peer-Selektion auf obermatt.com/universum und zur Unabhängigkeitserklärung auf obermatt.com/bonusindex/unabhaengigkeitserklaerung.

Rangberechnung

Der Rang drückt die Leistung als sogenannter Perzentilrang einer Kennzahl relativ zu den entsprechenden Kennzahlen der Peer-Unternehmen aus. Er gibt an, wie viel Prozent der Konkurrenten im Hinblick auf die Kennzahl geschlagen wurden. Wenn es sich bei der  Kennzahl um eine Grösse aus Bilanz und Erfolgsrechnung handelt, spricht man vom operativen Rang. Wenn sich die Kennzahl auf Aktienpreise und -renditen bezieht, spricht man von Investment-Rang. Der Rang wird auf Grundlage von auditierten historischen Kennzahlen berechnet oder auf Grundlage des Deltas dieser Kennzahlen von einer Periode auf die andere. Für den Obermatt-Index wird der operative Rang auf dem Delta von einem Jahr auf das andere berechnet, weil das Delta die Periodenleistung unabhängig von historischen Ereignissen widerspiegelt.

Operativer Leistungsindikator

Für den Obermatt-Index wird die operative Leistung auf Basis des organischen Ebitda gemessen. Wenn der Ebitda nicht verfügbar ist, wird der organische Ebit verwendet. Bei Finanzinstituten kommen analoge organische Gewinnwachstumsgrössen zum Einsatz. Der organische Ebitda (respektive analoge organische Gewinnwachstumsgrössen, in der Folge nicht separat erwähnt) ist frei von externen Effekten, wie zum Beispiel Fusionen und Akquisitionen oder Restrukturierungen. Obermatt verwendet den organischen Ebitda der Thomson-Reuters-Datenbank. Dieser Datenanbieter adjustiert den Ebitda für nichtoperative Aktivitäten wie den Kauf oder Verkauf von Unternehmensteilen, einmalige Abschreibungseffekte, Restrukturierungskosten und andere ausserordentliche Ereignisse. Um die Qualität des Index sicherzustellen, werden die Finanzergebnisse der beurteilten Unternehmen manuell geprüft und, falls nötig, korrigiert. Obermatt indexiert den Ebitda (oder andere Gewinngrössen) durch die Berechnung des operativen Rangs auf dem Delta Ebitda. Dieser Wert wird für die direkte Vergleichbarkeit mit den Peer-Daten, dem Umsatz oder dem investierten Kapital des Vorjahres skaliert (Delta Ebitda skaliert nach Umsatz oder Delta Ebitda geteilt durch Umsatz des Vorjahres). Bei Banken wird diese Skalierung durch eine Skalierung nach Durchschnittskapital oder einer anderen geeigneten Standardisierungsgrösse ersetzt. Diese Kennzahl ist gegenüber Einflüssen der Rechnungslegung robust und wird von Basiseffekten des Ebitda nicht verwässert, sodass die Kennzahl auch bei negativen Ebitda-Werten verwendbar ist.

Die dauerhafte Steigerung der Kennzahl erhöht auch immer den theoretischen Unternehmenswert, denn nach der Bewertungstheorieist mehr Ebitda langfristig gesehen immer wertvoller als weniger. Dies ist zum Beispiel bei den Verhältniskennzahlen, wie Margen (z. B. Ebit-Marge = Ebitgeteilt durch Umsatz) oder Renditen (z. B.Ronoa, Roce etc.), nicht der Fall. Diese Kennzahlen können sogar falsche Signalesenden (z. B. in einem schlechten Jahr ein positives Signal geben). Obermatt-Kunden verwenden für die Indexierung auch andere Finanzkennzahlen, wie etwa den Delta Economic Profit, Umsatzwachstum, Margen und Renditen. In solchen Fällen kommen die Peer-Datendes Obermatt-Index in der Regel nicht von der Thomson-Reuters-Datenbank, sondern werden von Obermatt manuell erhoben und geprüft.

Investment Leistungsindikator

Der operative Leistungsindikator Delta Ebitda des Obermatt-Index misst das Geschäft vollständig und stimmt konzeptionell mit der Bewertungstheorie überein, denn die moderne Bewertungstheorie misst Unternehmenswerte ausschliesslich auf Basis operativer Kapitalflüsse. Langfristig gesehen wird kein weiterer Leistungsindikator benötigt. Kurzfristig gesehen besteht die Führungsleistung auch zu einem grossen Teil aus strategischen Entscheidungen, insbesondere Investitions- und Akquisitionsaktivitäten. Auch wenn diese Aktivitäten langfristig durch den operativen Leistungsindikator vollständig erfasst werden, besteht das Bedürfnis, diese wichtigen strategischen Entscheidungen mit in die aktuelle Leistungsbeurteilung aufzunehmen. Die gängigen Methoden der Berücksichtigung dieser strategischen Entscheidungen bei der Leistungsmessung sind stark problembehaftet: Abschreibungsperioden werden durch Überlegungen zur Steueroptimierung verwässert, Impairment-Tests auf den Goodwill basieren auf undurchsichtigen Bewertungsmodellen, Kapitalkostensätze orientieren sich an unmessbaren zukünftigen Renditeerwartungen, und viele strategische Entscheidungen haben überhaupt keinen unmittelbaren Einfluss auf die finanzielle Berichterstattung. Deshalb verwenden die Obermatt Ranglisten keine unzuverlässigen Daten von der Bilanzseite der Finanzbuchhaltung für die Messung der strategischen Leistung, sondern die indexierte Aktienrendite als kurzfristigen Investment Leistungsindikator. Die Aktienrendite wird um anorganische Aktivitäten (Splits, Kapitalausgaben etc.) und um Dividendenzahlungen bereinigt. Man spricht hierbei auch vom Total Shareholder Return (TSR). Weil die Aktienrendite stark von den Stimmungen der Börse abhängig ist, wird sie indexiert. Damit ist sie frei von Störfaktoren und misst nur Änderungen in den Erwartungen der Aktionäre an den zukünftigen Ertrag des Unternehmens. Mit anderen Worten: Die indexierte Aktienrendite, bei Obermatt als Investment-Rang bezeichnet, misst die aktuelle strategische Leistung des Unternehmens. Das heisst, es fliessen nur die strategischen Entscheidungen der gemessenen Periode in die Leistungsbeurteilung ein. Vergangene strategische Leistungen werden als Mehrjahresleistungen gemessen, indem die einzelnen Jahre im Obermatt-Investment Rang zusammengezählt werden.

Kombinierter Indikator

Der kombinierte Leistungsindikator wird aus demDurchschnitt des operativen und des strategischen Leistungsindikators berechnet. Er ist ausgewogener als die beiden Einzelwerte, weil willkürliche Einflüsse aus der Buchhaltung und Irrationalitäten der Börse durch die Mittelung kompensiert werden.

Rangliste zur leistungsgerechten Vergütung

Die Obermatt Rangliste der leistungsgerechten Vergütung verwendet die Vergütung des Vorstandsvorsitzenden (CEO) als Indikator der Vergütungspraxis des beurteilten Unternehmens. Wenn verfügbar, wird die „realisierte Gesamtvergütung“ verwendet, weil dieser Betrag mit der realisierten Gesamtleistung verglichen wird. Für die Berechnung der realisierten Gesamtvergütung werden aufgeschobene Zahlungen und erwartete Werte für Optionspläne und Aktienpläne abgezogen ("Granted" oder "Expected" Values) und die im Jahr realisierten Vergütungen von vergangenen Long-term Incentives und aufgeschobenen Zahlungen sowie veräusserte Optionen hinzugefügt. Die „realisierte Gesamtvergütung“ schafft den richtigen Anreiz für Vergütungsverantwortliche: Vergütungssysteme so zu gestalten, dass am Ende leistungsorientiert vergütet wird.

Für CEOs stellt diese Methode sicher, dass über alle Unternehmen gemessen die gleiche Gesamtsumme an Vergütungen entrichtet wird. Als Gruppe bleiben die CEOs so vermögend wie sie bereits heute sind. Für Aktionäre stellt die Methode sicher, dass die Vorstandsvergütung an die Leistung gekoppelt ist. In Ländern wie der Schweiz oder Deutschland, wo die realisierte Gesamtvergütung aus mangelenden gesetzlichen Vorschriften nicht durchgängig ausgewiesen wird, verwenden wir die bezahlte Gesamtvergütung unabhängig davon, wie sich der Wert der Vergütungsbestandteile nach Auszahlung entwickelt hat.

Die Regel für eine leistungsorientierte Vergütung lautet: Der Perzentilrang der Leistung soll dem Perzentilrang der Vergütung entsprechen. Wir verwenden den Obermatt kombinierten Rang aus Gewinnwachstum und Aktienrendite um die verdiente Vergütung zu ermitteln. Zum Beispiel: Ein CEO mit einem kombinierten Rang von 67% erhält eine verdiente Vergütung im 67. Perzentil aller CEO Vergütungen derselben Periode. Die Überschussvergütung wird als Differenz aus verdienter und realisierter Vergütung berechnet. Weil grosse Unternehmen in der Regeln höhere Vergütungen entrichten, werden die CEOs für diese Analyse in Gruppen gleicher Unternehmensgrösse aufgeteilt.

Definitionen

  • Company/Segment: Name des beurteilten Unternehmensoder Segments.
  • Verwendeter Leistungsindikator (und Wert des Leistungsindikators): Die für den Index verwendete Kennzahl und der für den Obermatt-Index verwendete Wert dieser Kennzahl.
  • Operativer Index: Median der Kennzahl der Peer-Daten des beurteilten Unternehmens.
  • Operatives Alpha: Differenz zwischen der Performancekennzahl des Unternehmens und dem Wert des operativen Index (siehe Operating Index, Werte sind gerundet).
  • Operativer Rang: Perzentilrang der operativen Kennzahl des beurteilten Unternehmens in Bezugauf die gleichen Kennzahlen der Peer-Daten dieses Unternehmens. Ränge können auch über mehrere Jahre kumuliert (in der Regel gemittelt) ausgewiesen sein. Typischerweise basiert der operative Rang auf Ebitda oder Ebit.
  • Investment-Rang: Perzentilrang der strategischen Kennzahl des beurteilten Unternehmens in Bezug auf die gleichen Kennzahlen der Peer-Daten dieses Unternehmens. Ränge können auch über mehrere Jahre kumuliert (in der Regel durch Mittelung) ausgewiesen sein. Typischerweise basiert der Investment-Rang auf der gesamten Aktienrendite (Total Shareholder Return).
  • Kombinierter Rang: Durchschnitt aus operativem Rang und Investment-Rang.