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Obermatt Bonusindex Methode

1 Zweck

Der Obermatt Bonusindex berechnet die empfohlenen Auszahlungsgrade von Zielboni auf Basis der indexierten operativen Leistungsmessung für börsennotierte Unternehmen und deren maßgeblicher Geschäfts­bereiche. Die Indexierung des Bonus hat den Vorteil, dass dieser weder zu hoch, noch zu tief ausfällt, weil er nur die operative Leistung honoriert. Nicht-indexierte Bonuspläne hingegen zahlen im wirtschaftlichen Aufschwung zuviel und im Abschwung zu wenig, weil der ökonomische Zyklus „mit-vergütet“ wird. Indexierte Bonuspläne vermeiden dies, weil Leistung relativ zu Peerunternehmen beurteilt wird. Dadurch wird nur die operative Leistung gemes­sen und der Einfluss externer Faktoren wie Konjunkturzyklen, Rohstoffpreisschwankungen, etc. in die Berechnung neutralisiert. Indexierte Bonuspläne zahlen auch in der Rezession an Outperformer einen Bonus.

Deshalb bleiben indexierte Bonuspläne auch in ausgeprägten Wirtschaftszyklen fair. Weil indexierte Bonuspläne ohne verhandelte Ziele auskommen, können Sie von außen objektiv gemessen werden, wie dies mit dem Obermatt Bonusindex in drei Schritten durchgeführt wird:

1.  Obermatt erstellt ein Peer Universum vergleichbarer Unternehmen, das den relevanten Vergleichsmarkt des zu beurteilenden Unternehmens definiert.

2.  Die aktuelle Leistung des Unternehmens wird als Operativer Rang im Peer Universum gemessen.

3.  Basierend auf dem erreichten Operativen Rang berechnet Obermatt den verdienten indexierten Auszahlungsgrad als Bonusmultiplikator des individuellen Zielbonus.

2 Definition des Peer Universums

Der wichtigste Schritt bei der Indexierung der operativen Leistung ist die Definition des Peer Universums. Die Auswahl der Peers geschieht nach dem Grundsatz, dass diese entweder direkte Marktkonkurrenten sind oder aber den gleichen Wirtschaftszyklen ausgesetzt sind wie das zu beurteilende Unternehmen. Für die Identifikation der Peers wertet Obermatt einerseits die Branchenzyklen des zu beurteilenden Unternehmens aus und verwendet anderseits die „Standard Industrial Classifications” (SIC), den “Global Industry Classification Standard” (GICS) sowie den „Industry Classification Benchmark“ (ICB). Anschliessend führt Obermatt eine manuelle Suche durch, um sicherzustellen, dass das Peer Universum möglichst genau das zu beurteilende Unternehmen abbildet. Jedes Peer Universum enthält im Idealfall zwischen 30 und 200 Unternehmen. In speziellen Fällen kann ein Universum weniger oder auch mehr Unternehmen umfassen.

Mehr Informationen dazu auf Peer Universum.

3 Operativer Rang

Der Operative Rang konvertiert absolute Kennzahlen in Perzentilrang-Kennzahlen. Der Operative Rang zeigt die operative Leistung einer Kennzahl eines Unternehmens relativ zu den entsprechenden Kennzahlen der Peer Unternehmen. Die operative Leistung wird als Perzentilrang in einer Perzentilrang-Abbildung dargestellt, die als Operativer Rang bezeichnet wird. Der Operative Rang wird auf effektiven historischen Kennzahlen berechnet oder auf dem Delta dieser Kennzahlen von einer Periode auf die andere. Der Operative Rang ist eine Auswertung der indexierten Leistungs­messung zur Darstellung operativer Leistung und Investmentleistung.

Mehr Informationen online auf Operativer Rang.

4 Kennzahl für die Leistungsmessung

Für den Obermatt Bonusindex wird die Leistung auf dem organischen EBITDA gemessen. Wenn der EBITDA nicht verfügbar ist, wird der organische EBIT verwendet. Bei Finanzinstituten wird das organische Operating Income verwendet. Der organische EBITDA (respektive organic Operating Income, in der Folge nicht differenziert) ist frei von externen Effekten wie zum Beispiel Fusionen und Akquisitionen oder Restrukturierungskosten. Obermatt verwendet den organischen EBITDA der Thomson Reuters Worldscope Datenbank. Diese Datenbank adjustiert den EBTIDA für nicht-operative Aktivitäten wie den Kauf oder Verkauf von Unternehmensteilen, einmaligen Abschreibungseffekten, Restrukturierungskosten und anderen außerordentlichen Ereignissen. Um die Qualität des Bonusindex sicherzustellen, wurden die Finanzergebnisse aller aufgelisteten Unternehmen manuell geprüft und, wenn nötig, korrigiert.

Obermatt indexiert EBITDA (respektive EBIT oder Operating Income) durch die Berechnung des Operativen Rangs auf dem Delta EBITDA. Dieser Wert wird für die direkte Vergleichbarkeit mit den Peerunternehmen mit dem Umsatz oder dem investierten Kapital des Vorjahres skaliert (DEBITDA ./. Umsatz oder DEBITDA ./. Kapital). Diese Kennzahl ist gegenüber Einflüssen aus der Rechnungslegung relativ robust und wird von Basiseffekten des EBITDA nicht verwässert, so dass die Kennzahl auch bei negativen EBITDAs verwendet werden kann. Die Steigerung der Kennzahl steigert auch immer den theoretischen Unternehmenswert, denn mehr EBITDA ist nach der Bewertungstheorie immer wertvoller als weniger. Dies ist zum Beispiel bei den Kennzahlen Margen (z.B. EBIT Marge) oder Renditen (z.B. RONOA, ROCE etc.) nicht der Fall. Bei Finanzinstituten wird zur standardisierten Vergleichbarkeit das Delta Net Income durch das durchschnittliche Eigenkapital dividiert.

5 Bonusrating

Der Operative Rang eines beurteilten Unternehmens wird wie folgt in ein Bonusrating konvertiert:

Rang Rating Beschreibung Rang Rating Beschreibung
90-100% H+ Hoher Bonus 40-60% M- Durchschnitt Bonus
80-90% H Hoher Bonus 30-40% B Unter Durchschnitt Bonus
70-80% A+ Über Durchschnitt Bonus 20-30% B- Unter Durchschnitt Bonus
60-70% A Über Durchschnitt Bonus 10-20% L Tiefer Bonus
50-60% M Durchschnitt Bonus 0-10% L- Tiefer Bonus

6 Bonusmultiplikator

Da Operative Ränge von externen Faktoren unabhängig sind und ein standardisiertes Leistungsmaß darstellen, werden verdiente Boni direkt vom Operativen Rang abgeleitet. Der Obermatt Bonusindex verwendet die folgende Formel für den Bonusmultiplikator:

Bonusmultiplikator = 2 x Operativer Rang

Der Bonusmultiplikator ist der Faktor, mit welchem Zielboni multipliziert werden, um den effektiv verdienten, indexierten Bonus für ein bestimmtes Jahr zu erhalten. Wenn der Zielbonus €10‘000 beträgt und der Bonusmultiplikator 1.2 ist, dann ist der verdiente, indexierte Bonus €12‘000 (1.2 x €10‘000).

Diese Bonusformel zahlt keinen Bonus für die schlechteste Leistung, den Zielbonus für einen Operativen Rang von 50% und 2.0 x Bonus, wenn der Operative Rang 100% ist.

Bonusindex-Kunden können diese Kennzahl aufgrund strategischer oder vergütungs­philosophischer Aspekte durch andere im Voraus vereinbarte indexierte Kennzahlen ersetzen. Zum Beispiel kann ein Wachstumsunternehmen erst 100% Bonus bei einer Zielerreichung im 75. Perzentil zahlen. Oder Unternehmen, die Boni „on top“ entrichten, können erst ab einem Operativen Rang von 50% beginnen, einen Bonus  zu bezahlen. Die Bonusformel wird vom Aufsichtsrat oder dem Vergütungs­ausschuss typischerweise zu Beginn der Bonusperiode festgelegt und während der Messperiode nicht mehr geändert. Wenn es das Unternehmen wünscht, wird die intern verwendete Bonusformel für den von Obermatt veröffentlichten Bonusmultiplikator verwendet.